Anzahl der Auskunftsanfragen und häufigster Ablehnungsgrund
2025 wurden insgesamt 74 Auskunftsanfragen an mailbox gestellt. Wie in den letzten Jahren bleibt der häufigste Ablehnungsgrund die unverschlüsselte Übertragung der Anfrage: „Datenschutz und Informationssicherheit haben für mailbox Priorität. Auch bei Auskunftsanfragen durch Behörden halten wir uns an die strengen Vorgaben der Bundesnetzagentur, die besagen, dass die Anfragen verschlüsselt vorgenommen werden müssen“, erklärt Balint Gyemant, Chief Product Officer von mailbox.
Von den insgesamt 63 per Mail an mailbox zugestellten Anfragen waren allerdings 27 unverschlüsselt. Weitere sechs waren aus sonstigen Gründen unrechtmäßig, per Post erreichten mailbox fünf Anfragen. „Erfreulich ist, dass uns 2025 erstmals keine Anfragen mehr per Fax erreichten. Dies war noch bis 2024 der Fall, obwohl Auskunftsanfragen per Fax eigentlich schon seit 2021 untersagt sind“, sagt Balint Gyemant.
Nicht rechtmäßige Auskunftsanfragen werden von mailbox konsequent abgelehnt. 2025 wurden in 15 Fällen unverschlüsselt übertragene Anfragen von den Ermittlungsbehörden korrigiert, sodass wir insgesamt 56 Anfragen beantworteten. 18 Anfragen wurden nicht korrigiert und von uns wegen verschiedener Mängel abgewiesen.
Wer stellt welche Auskunftsanfragen?
Der Großteil der Auskunftsanfragen 2025 erreichte uns aus deutschen Behörden. Nur drei Anfragen stammten von Behörden anderer EU-Staaten bzw. eine Anfrage von einer Behörde außerhalb der EU. 72 Auskunftsanfragen wurden im Rahmen der Strafverfolgung gestellt, zwei durch Nachrichtendienste. Die Bestandsdatenabfrage war die häufigste Art des Ersuchens, nur zwei bezogen sich auf eine Postfachbeschlagnahmung.
Datenschutzrechtliche Entwicklungen und geopolitische Rahmenbedingungen
Wir veröffentlichen unseren Transparenzbericht in einer Zeit, in der der Datenschutz EU- und weltweit von einer Schwächung bedroht ist. Vor 25 Jahren wurde mit der Europäischen Datenschutzkonvention die höchste Priorität des Schutzes von personenbezogenen Daten erkannt und deren grenzüberschreitender Austausch geregelt. Heute stehen diese Errungenschaften wie nie zuvor in den letzten 25 Jahren unter Beschuss: Durch antidemokratische Kräfte und mit dem Digitalen Omnibus der EU droht der Datenschutz aufzuweichen. Chatkontrolle und Vorratsdatenspeicherung werden wieder forciert. Zudem kann der US CLOUD Act zum Einfallstor für den Datenzugriff in Europa werden. Diese Entwicklungen beobachten wir kritisch und genau. Datenschutz und Informationssicherheit bleiben unsere Priorität.
Kurz und knapp: Die Anfragen im Vorjahresvergleich
- Die Gesamtanzahl der Anfragen ist 2025 erneut gesunken: um 10,84 % von 83 (2024) auf 74.
- 2025 wurden schlussendlich 75,7 % der Anfragen – teils erst im zweiten Anlauf – korrekt gestellt. 2024 waren es am Ende 69,9 %.
- Den Großteil der Anfragen erhielten wir 2025 wie im Vorjahr per E-Mail, mit PGP verschlüsselt.
Die konkreten Zahlen für 2025 im Überblick
Anzahl der Ersuchen an mailbox
insgesamt: 74
davon deutsche Behörden: 70
davon ausländische EU-Behörden: 3
davon ausländische nicht-EU Behörden: 1
Art der Behörde
Strafverfolgungsbehörden: 72
Nachrichtendienste: 2
Zollbehörden: 0
Art des Ersuchens
Bestandsdatenabfragen: 72
Postfachbeschlagnahmungen: 2
Verkehrsdatenabfragen: 0
Telekommunikationsüberwachung: 0
Die Berichte der letzten Jahre finden Sie unter Transparenzberichte.