E-Mail-Alias: So schützen Sie Ihre E-Mail-Adresse vor Spam
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Ein Online-Shop fragt beim Bestellen nach Ihrer E-Mail-Adresse, ein KI-Tool ebenso, und für das WLAN im Café geben Sie sie auch an. Einige Wochen oder Monate später wundern Sie sich über Werbung von Absendern, die Sie nie kontaktiert haben, und können zunächst nicht nachvollziehen, wie diese an Ihre Adresse gekommen sind. In unserem Blog zeigen wir Ihnen, wie Ihre E-Mail-Adresse in falsche Hände gerät und wie Sie sich mit einem kleinen, aber wirkungsvollen Werkzeug dagegen schützen können: dem E-Mail-Alias.
Ihre E-Mail-Adresse ist mehr als eine Kontaktmöglichkeit
Für die meisten Menschen ist die eigene E-Mail-Adresse längst der zentrale Schlüssel zur digitalen Identität geworden. Sie dient als Benutzername bei Dutzenden Diensten, über sie werden Passwörter zurückgesetzt und sie verbindet Konten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.
Genau das macht sie auch für andere interessant: Wer überall dieselbe Adresse verwendet, liefert Datenhändlern einen Anker, an dem sich Informationen aus ganz verschiedenen Quellen zusammenführen lassen. Aus einzelnen Fragmenten – Online-Shop, Reiseportal, Fitnessstudio, Newsletter-Abo etc. – entsteht ein detailliertes Profil.
Für Cyberkriminelle ist eine vielfach genutzte E-Mail-Adresse ein Geschenk: Taucht sie mitsamt Passwort in einem Datenleck auf, probieren automatisierte Skripte dieselbe Kombination bei anderen Diensten durch – eine Methode, die als Credential Stuffing bekannt ist.
Wie kommt es überhaupt zu Spam?
Spam ist ein Geschäftsmodell: Werbemails kosten ihre Versender fast nichts, und reagiert auch nur ein winziger Bruchteil der Empfänger, hat sich der Aufwand schon gelohnt. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Versender überhaupt an Adressen kommen. Dafür existiert mittlerweile ein ganzer Markt mit zuverlässigen Methoden:
Adressen werden automatisch eingesammelt:
Programme, sogenannte Harvester, durchsuchen rund um die Uhr Webseiten, Foren, Kommentarspalten und soziale Netzwerke nach allem, was wie eine E-Mail-Adresse aussieht. Hinterlassen Sie Ihre Adresse irgendwo öffentlich, riskieren Sie, dass sie maschinell erfasst wird.
Adressen werden weitergegeben und verkauft:
Leider geht nicht jeder Dienst sorgsam mit Ihren Daten um. Manche Anbieter reichen Adressen an vermeintliche „Partner" weiter, andere verkaufen sie an Datenhändler. Ist Ihre E-Mail-Adresse erst einmal verkauft, wandert sie von Liste zu Liste.
Adressen geraten durch Datenlecks in Umlauf:
Immer wieder werden Unternehmen Opfer von Angriffen, bei denen ganze Kundendatenbanken erbeutet werden. Diese Datensätze, die häufig E-Mail-Adressen samt Passwörtern beinhalten, tauchen anschließend in einschlägigen Foren auf und werden gehandelt. Auch wenn Sie selbst alles richtig gemacht haben, kann Ihre Adresse so durch das Versäumnis eines Anbieters öffentlich werden. Ob Sie betroffen sind, lässt sich übrigens auf Portalen wie Have I Been Pwned oder beim Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts prüfen.
Adressen werden erraten:
Manche Versender erzeugen Adressen automatisch, indem sie gängige Vornamen, Wörter und Zahlen mit bekannten Domains kombinieren. Eine einfache, naheliegende Adresse wird auf diese Weise früher oder später getroffen – ganz ohne dass Sie sie je irgendwo angegeben hätten.
Steht eine Adresse erst einmal auf einer dieser Listen, lässt sich das kaum rückgängig machen. Sie wird kopiert, gehandelt und vervielfältigt. Wenn an ihr Ihr gesamtes digitales Leben vom Online-Banking über soziale Netzwerke bis zur Kommunikation mit Behörden an einer einzelnen E-Mail-Adresse hängt, ist dies besonders mühsam. Genau hier setzt ein E-Mail-Alias an.
Was ist ein E-Mail-Alias und wie funktioniert er?
Ein E-Mail-Alias ist eine zusätzliche E-Mail-Adresse, die auf Ihr bestehendes Postfach verweist. Technisch betrachtet ist er eine serverinterne Weiterleitung: Eine Nachricht an den Alias wird vom Mailserver entgegengenommen und landet im selben Posteingang wie eine Nachricht an Ihre Hauptadresse. Sie brauchen kein zweites Konto, keine zweite App und kein weiteres Passwort. Ein Alias ist gewissermaßen ein zusätzlicher Name für dasselbe Postfach.
Ein Beispiel: Ihre Hauptadresse lautet vorname@beispiel.org. Daneben richten Sie Alias-Adressen wie vorname.einkauf@beispiel.org oder vorname.news@beispiel.org ein. Alle drei führen in dasselbe Postfach, aber Sie entscheiden bewusst, welche Adresse Sie wem nennen. Ein guter E-Mail-Alias enthält keine Klarnamen: Je neutraler er gewählt ist, desto schwerer lässt er sich Ihnen zuordnen.
Entscheidend ist der Unterschied zu einer reinen Weiterleitung auf ein fremdes Konto: Ein Alias gehört zu Ihrem Postfach. Sie können und sollten deshalb nicht nur über den Alias empfangen, sondern auch unter ihm antworten und senden, ohne dass Ihre eigentliche Adresse für den Empfänger sichtbar wird.
Einsatzbereiche E-Mail-Alias
- Online-Shopping
- Newsletter
- Soziale Netzwerke und Foren
- Gewinnspiele, WLAN-Hotspots und kostenlose Downloads
- Behörden, Banken und Versicherungen
- Kleinanzeigen und Verkäufe
Die Grenzen eines E-Mail-Alias
Alias-Adressen sind eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Allheilmittel.
Ein E-Mail-Alias regelt, wer welche Adresse von Ihnen kennt. Doch er macht Sie nicht anonym, verschleiert nicht Ihre IP-Adresse und ersetzt weder ein sicheres Passwort noch die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Wie ein E-Mail-Alias konkret hilft
Der Grundgedanke eines E-Mail-Alias ist einfach: Geben Sie jedem Dienst eine eigene Adresse, statt überall dieselbe zu verwenden. Daraus ergeben sich gleich mehrere Vorteile.
Sie erkennen, wer Ihre Daten weitergibt:
Trudelt plötzlich Werbung bei einem Alias ein, den Sie nur einem einzigen Anbieter genannt haben, ist die Quelle eindeutig. Und Sie können diesen Alias einfach abschalten. Der Spam läuft ins Leere, während Ihre Hauptadresse und alle anderen Alias-Adressen unberührt bleiben. Statt Ihr ganzes digitales Leben umzuziehen, schließen Sie eine einzige Tür.
Sie enttarnen Phishing schneller:
Angenommen, Sie verwenden für Ihre Bank einen eigenen E-Mail-Alias, den sonst niemand kennt. Erreicht Sie nun eine dringende „Sicherheitswarnung Ihrer Bank" an die Adresse, die Sie nur einem Möbelhaus gegeben haben, dann lässt sich die vermeintliche Mail schnell als Phishing entlarven. Der Alias wird so zum Frühwarnsystem für Fälschungen.
Sie erschweren die Profilbildung:
Wenn jeder Dienst eine andere Adresse von Ihnen kennt, fehlt Datenhändlern der gemeinsame Nenner, über den sich Ihre Aktivitäten verknüpfen ließen. Aus dem einen großen Profil werden viele kleine, unzusammenhängende Fragmente. E-Mail-Aliasse sind gelebte Datenminimierung.
Sie schützen Ihren Zugang:
Bei vielen Anbietern ist die Hauptadresse zugleich der Login-Name. Geben Sie diese gar nicht erst heraus und kommunizieren Sie stattdessen nur mit Alias-Adressen, verkleinern Sie die Angriffsfläche Ihres Kontos spürbar. Ein Angreifer kennt dann zwar vielleicht einen Alias, aber nicht Ihren eigentlichen Benutzernamen.
Sie gewinnen Übersicht:
Nutzen Sie für unterschiedliche Lebensbereiche eigene Aliasse, können Sie sich eingehende Nachrichten per Filterregel automatisch in passende Ordner sortieren lassen. So können Sie Berufliches, Privates, Einkäufe etc. einfacher voneinander trennen und Ihr Postfach übersichtlich organisieren.
Neben E-Mail-Aliassen gibt es weitere Möglichkeiten, Ihr Postfach zu schützen. Das Ziel – Ihre eigentliche Adresse zu schonen – ist dasselbe und sie werden oft im selben Atemzug genannt, aber sie unterscheiden sich technisch.
Drei verwandte Werkzeuge zum Schutz Ihrer Hauptadresse
Der E-Mail-Alias
Das ist der Alias im eigentlichen Sinne: eine dauerhafte Zusatzadresse, die Sie bewusst anlegen und die als eigener Eintrag auf Ihrem Postfach für verschiedene Zwecke hinterlegt wird. Er eignet sich für alles, was Sie längerfristig nutzen, und lässt sich in der Regel auch zum Versenden verwenden.
Die Plus-Adresse oder Mail-Extension
Bei einer Plus-Adresse oder Mail-Extension hängt hinter einem Pluszeichen ein Zusatz an Ihrer bestehenden Adresse, zum Beispiel vorname+shop@beispiel.org. Genau genommen handelt es sich dabei um eine sogenannte Subadressierung: Sie legen keinen Alias an, sondern der Mailserver ignoriert bei der Zustellung einfach alles nach dem Pluszeichen, während der Zusatz für Filterregeln erhalten bleibt.
Plus-Adressen eignet sich zum automatischen Sortieren. Als Schutz vor Spam taugen sie allerdings nur bedingt: Professionelle Datensammler kennen das Prinzip und streichen den Zusatz hinter dem Plus einfach weg – und haben auf diese Weise Ihre Grundadresse vorliegen.
Die Wegwerf- oder Einmaladresse
Wegwerfadressen tragen Ihren Zweck schon im Namen: Eine Wegwerfadresse ist eine Adresse für genau eine Gelegenheit, etwa eine Anmeldung, bei der Sie dem Anbieter nicht recht vertrauen.
Bei Temp-Mail-Diensten im Netz ist Vorsicht geboten, wenn es um Gültigkeitsdauer, Datenschutz, Sicherheit und Blockierung durch Anbieter geht. Wie Sie Wegwerfadressen bei einem vertrauenswürdigen E-Mail-Anbieter wie mailbox nutzen, erfahren Sie in unserem Blog.
E-Mail-Alias mit eigener Domain
Wer die Alias-Idee konsequent zu Ende denkt, stößt irgendwann an die Grenzen des Kontingents: Die meisten Anbieter erlauben nur eine bestimmte Zahl an Alias-Adressen. Eine eigene Domain hebt diese Grenze auf. Registrieren Sie zum Beispiel nachname.de, können Sie darunter beliebig viele Adressen anlegen und sie alle in einem Postfach zusammenführen: von vorname@nachname.de über einkauf@nachname.de bis verein@nachname.de.
Die Vorteile gehen über die schiere Menge hinaus, denn eine eigene Domain macht Sie unabhängig von Ihrem Anbieter: Wechseln Sie eines Tages den Dienst, nehmen Sie Ihre Adressen einfach mit, statt sie überall neu hinterlegen zu müssen. In unserem Blog erfahren Sie mehr über die Vorteile einer eigenen E-Mail-Domain und wie Sie diese einrichten.
Sonderfall „Catch-All-Alias“
Auf einer eigenen Domain lässt sich zusätzlich eine sogenannte Catch-All-Adresse aktivieren – eine Auffangadresse, die jede Nachricht an Ihre Domain annimmt, auch an Adressen, die Sie nie angelegt haben. Mit aktiviertem Catch-All landet Post an wifi@nachname.de genauso in Ihrem Postfach wie an zeitung@nachname.de, ohne dass Sie diese Adressen vorher einrichten mussten. Das erlaubt den vielleicht bequemsten Umgang mit Aliassen überhaupt: Sie denken sich für jeden Dienst spontan an der Kasse oder im Anmeldeformular eine passende Adresse aus. Kommt später Spam bei einer davon an, ist die Quelle sofort erkennbar.
Diese Bequemlichkeit hat allerdings eine Kehrseite: Weil wirklich jede erdenkliche Adresse zugestellt wird, sind Catch-All-Domains ein dankbares Ziel für Spammer, die gängige Adressen wie info@ oder kontakt@ an beliebige Domains schicken. Um eine einzelne durchgesickerte Adresse loszuwerden, müssen Sie eine Ausnahmeregel pflegen.
Ein Catch-All-Alias spielt seine Stärke vor allem dann aus, wenn Sie die volle Flexibilität einer eigenen Domain ausnutzen möchten. Wie Sie einen Catch-All-Alias bei mailbox anlegen, zeigen wir Ihnen in unserer Knowledge Base.
E-Mail-Alias bei mailbox
Spam ist das Ergebnis eines Marktes, auf dem E-Mail-Adressen gesammelt, gehandelt und weiterverkauft werden. Sobald Ihre Adresse in diesem Kreislauf gelandet ist, bekommen Sie sie kaum wieder heraus. Ein E-Mail-Alias durchbricht genau dieses Muster: Er macht sichtbar, wer Ihre Daten weitergibt, lässt sich bei Missbrauch einzeln abschalten, erschwert Profilbildung und Phishing und bringt ganz nebenbei Ordnung in den Posteingang.
Wenn Sie Ihr Postfach bei mailbox führen, sind alle in diesem Blog beschriebenen Werkzeuge bereits an Bord. In den Tarifen Standard und Premium können Sie bis zu 25 Aliasse mit der Endung @mailbox.org anlegen, löschen und neu erstellen – und zwar nicht nur zum Empfangen, sondern auch zum Versenden. Möchten Sie maximale Freiheit, können Sie außerdem eigene Domains einbinden und dort im Tarif Standard 50 und im Tarif Premium 250 Aliasse für eigene Domains nutzen.
So funktioniert die Einrichtung und Nutzung von E-Mail-Aliassen bei mailbox