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So nutzen Sie Business Continuity als Wettbewerbsvorteil in der Lieferkette

Lesezeit: 6 Minuten

Vor dem Hintergrund wachsender Cybergefahren und immer ausgefeilterer Angriffsszenarien wählen Auftraggeber ihre Zulieferer längst nicht mehr allein nach Qualität und Preis aus, sondern machen deren Cyberresilienz und Verlässlichkeit zum Entscheidungskriterium. Da besonders kleine und mittlere Unternehmen ein beliebtes Angriffsziel von Cyberkriminellen sind, wird belastbares Business Continuity Management (BCM) damit vom internen Sicherheitsthema zum Verkaufsargument. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Rolle Ihre Handlungsfähigkeit in Krisen bei der Auftragsvergabe spielt, was Business Continuity ist und wie Sie Ihre Resilienz stärken und belegen können.

mailbox EVAC Blog Business Continuity in der Lieferkette

Verlässlichkeit als Auswahlkriterium

Unternehmen sind in der Wertschöpfungskette voneinander abhängig und digital vernetzt. Lieferketten erstrecken sich heute global und sind sehr komplex – und sie sind nur so stark wie ihr schwächstes Glied: Schon ein einzelner ausgefallener Zulieferer kann eine Produktionslinie stoppen, ein Projekt verzögern oder eine Dienstleistung unterbrechen. Der Schaden entsteht dann nicht beim Zulieferer allein, sondern pflanzt sich durch die gesamte Kette fort. Auftraggeber versuchen deshalb, dieses Risiko bereits bei der Wahl von Geschäftspartnern zu minimieren.

Genau deshalb rückt die Widerstandsfähigkeit von Partnern in den Fokus. Beschaffungsabteilungen großer Unternehmen bewerten ihre Lieferanten heute neben Kosten und Qualität nach weiteren Dimensionen:

  • Wie geht ein Partner mit Ausnahmesituationen um?
  • Kann er nach einem Zwischenfall schnell wieder handeln?
  • Bleibt er erreichbar?
  • Sind seine Prozesse dokumentiert und nachvollziehbar?

Ein Dienstleister, der nach einem Ransomware-Angriff lange Zeit nicht erreichbar ist, wird für seinen Auftraggeber selbst zum unkalkulierbaren Faktor und Risiko. Schlecht gemanagte Cybervorfälle können Geschäftsbeziehungen so dauerhaft belasten. Zudem sind kleine und mittlere Unternehmen unter anderem deshalb so beliebte Cyberangriffsziele, da über deren oft nur unzureichend geschützte IT weitere, größere Angriffsziele erreicht werden können.

Auftraggeber sind auch deshalb gezwungen, ihren Einfluss auf die Sicherheitskonzepte und Business-Continuity-Strategien ihrer Zulieferer auszuweiten. Die daraus entstehenden Anforderungen werden zur Bedingung von Geschäftsbeziehungen und in Verträgen und Sicherheitsfragebögen festgehalten.

Schließlich entlastet ein Zulieferer, der auch in der Krise handlungsfähig bleibt, seinen Kunden von Ausfällen, die die weitere Lieferkette betreffen. Deshalb bevorzugen Unternehmen Zulieferer, die ihre Business Continuity nachweislich im Griff haben. Diese Entwicklung eröffnet vorbereiteten Organisationen eine Chance, sich positiv von Mitbewerbern abzuheben.

NIS-2 verstärkt den Trend

Mit der NIS-2-Richtlinie und ihrem deutschen Umsetzungsgesetz werden viele Unternehmen verpflichtet, die Sicherheit ihrer gesamten Lieferkette zu steuern. In der Folge geben sie Sicherheits- und Kontinuitätsanforderungen vertraglich an ihre Zulieferer weiter. Und in unserer global vernetzten Wirtschaft damit auch an solche, die selbst nicht unter die Richtlinie fallen.

NIS-2 bringt das Bedürfnis nach verlässlichen Partnern in Geschäftsbeziehungen sozusagen aufs Papier. Doch dieses Bedürfnis besteht unabhängig von Regulierungen und Gesetzen für Auftraggeber und Zulieferer. Selbst gegenüber nicht regulierten Auftraggebern zahlt eine belastbare Business Continuity also unmittelbar auf Ihre eigene Attraktivität als Geschäftspartner ein.

Was bedeutet Business Continuity Management (BCM)?

Business Continuity beschreibt die Fähigkeit einer Organisation, ihre wichtigsten Prozesse auch bei Störungen aufrechtzuerhalten oder rasch wieder aufzunehmen. Dazu gehören eine Analyse der zeitkritischen Abläufe, klare Zuständigkeiten im Krisenfall und definierte Wiederanlaufziele.

Für kleinere Unternehmen kann dies zu einer ernstzunehmenden Herausforderung werden: Haben große Konzerne personell und technisch großzügig besetzte IT-Abteilungen und Verantwortliche für Business Continuity Management (BCM), müssen kleinere Unternehmen mit deutlich weniger Ressourcen auskommen.

Effiziente Lösungen für Business Continuity, Sicherheit und Cyberresilienz sind gerade für diese Art von Organisationen notwendig, um unter den gebotenen Bedingungen weiterhin als attraktiver Geschäftspartner zu gelten. Gerade mit organisatorischer Professionalität können Sie dabei punkten:

  • Gibt es erprobte Sicherheitsrichtlinien, die auch Ihre eigene Rolle in der Lieferkette berücksichtigen?
  • Gibt es dokumentierte und belastbare Prozesse zur Handhabung von Sicherheitsvorfällen?
  • Gibt es klar definierte und lückenlose Verantwortlichkeiten?

Kleine und mittlere Unternehmen können sich als verlässlicher Partner beweisen, indem sie informelle Strukturen vermeiden und auf belastbares Business Continuity Management (BCM) setzen. Der BSI-Standard 200-4 bietet dafür einen praxistauglichen Rahmen.

Notfallkommunikation ist der sichtbarste Beweis für Verlässlichkeit

Gerade IT-Sicherheit wird meist als Prävention gedacht, also als Abwehr von Angriffen. Resilienz endet jedoch nicht bei der Verteidigung, sondern beweist sich in der Fähigkeit, nach einem Vorfall handlungsfähig zu bleiben. Für die Außenwirkung ist dabei die Fähigkeit zu kommunizieren entscheidend: Fallen nach einem Angriff E-Mail und Kollaborationstools gleichzeitig aus, nützt die beste Datensicherung wenig, solange keine Kommunikation möglich ist.

Ein Unternehmen, das während einer Störung erreichbar bleibt und professionell weiterkommuniziert, beweist seine Verlässlichkeit im entscheidenden Moment. Voraussetzung dafür ist eine zweite Kommunikationsplattform, die im Hintergrund bereitsteht und sich im Ernstfall auf Knopfdruck aktivieren lässt. Eine belastbare Notfallplattform erfüllt einige klare Kriterien:

  • Sie ist unabhängig von der primären IT, um nicht im selben Moment mit auszufallen.
  • Sie ist sofort einsatzbereit, denn im Ernstfall zählt jede Stunde.
  • Sie umfasst neben E-Mail auch Videokonferenzen und gemeinsame Dateiablage, um dem kollaborativen digitalen Arbeitsalltag gerecht zu werden.
  • Sie ist sicher, DSGVO-konform und digital souverän, damit sensible Daten auch in der Krise nicht aus der Hand gegeben werden.

Was eine sekundäre Kommunikationsplattform für den Ernstfall können muss

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Aus Resilienz ein Verkaufsargument machen

Damit sich die investierte Vorsorge auszahlt, muss sie für potenzielle Auftraggeber erkennbar sein. Drei Ansatzpunkte helfen Ihnen, die eigene Business Continuity vom internen Projekt zum vertrieblichen Pluspunkt zu machen:

  1. Schaffen Sie Nachweise:

    Der eigentliche Beleg für Business Continuity ist ein dokumentiertes Kontinuitätskonzept, orientiert an einschlägigen Standards wie BSI-Standard 200-4 oder ISO 22301. Ergänzend belegen anerkannte Zertifizierungen der Informationssicherheit wie ISO 27001 oder ein BSI C5-Testat eine reife Sicherheitsorganisation.

  2. Kommunizieren Sie proaktiv:

    Sprechen Sie Ihre Resilienz aktiv in Angeboten, auf der Website und im Vertriebsgespräch an, statt erst im Sicherheitsfragebogen darauf zu reagieren.

  3. Üben Sie den Ernstfall:

    Regelmäßige Tests, etwa in Form von Tabletop-Übungen, belegen, dass die Konzepte nicht nur auf dem Papier existieren, und überzeugen in Audits.

Fazit: Business Continuity ist eine Vorsorge, die sich auszahlt

Der Druck, Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, hört nicht bei von NIS-2 und anderen Gesetzen und Regularien betroffenen Unternehmen auf, sondern setzt sich entlang der gesamten Lieferkette fort. Um die Stabilität der Lieferkette zu gewährleisten, müssen sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer die Sicherheitsinteressen und Sicherheitsrisiken ihrer Partner berücksichtigen.

Business Continuity ist mehr als eine Absicherung gegen die Schädigung des eigenen Unternehmens. Verstärkt durch regulatorische Entwicklungen wie NIS-2 ist nachweisbare und belastbare Resilienz nicht nur ein ökonomischer Faktor, sondern heute schon Vergabekriterium. Für kleine und mittlere Unternehmen liegt darin eine Gelegenheit, denn eine durchdachte Business Continuity Strategie mit einer verlässlichen Notfallplattform macht das Unternehmen zum bevorzugten Partner.

Die Notfallplattform für Business Continuity auf Knopfdruck

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