Support-Ende für Microsoft Exchange Server 2016 und 2019: Wie Unternehmen jetzt souverän handeln

Was haben das Support-Ende der Microsoft Exchange Server 2016 und 2019 mit dem Hafnium-Hack von 2021 gemeinsam? Beide zeigen eindrücklich, wie entscheidend Sicherheitsupdates für die Unternehmenskommunikation sind. Als im März 2021 die als "Hafnium" bekannte Hackergruppe kritische Sicherheitslücken in Exchange-Servern ausnutzte, gerieten IT-Abteilungen weltweit in Alarmbereitschaft. Die Angreifer konnten E-Mails lesen, Malware installieren und sich im Netzwerk ihrer Opfer festsetzen. Selbst das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlug Alarm: Mehr als 20.000 Server allein in Deutschland waren betroffen. Die einzige Rettung: ein eilig von Microsoft bereitgestelltes Sicherheitsupdate.
Diese dramatische Episode verdeutlicht, wie wichtig regelmäßige Updates für geschäftskritische Systeme sind. Doch genau diese lebensnotwendigen Updates werden schon bald für viele Unternehmen eingestellt.
Microsoft drängt zur Cloud-Migration
Am 14. Oktober 2025 wird Microsoft den Support für Exchange Server 2016 und 2019 einstellen. Dies bedeutet das Ende von Sicherheitsupdates, Fehlerkorrekturen und technischem Support für diese weit verbreiteten E-Mail-Server-Lösungen, was für zahlreiche Unternehmen mit einer E-Mail-Blockade einhergeht. Diese Entwicklung ist Teil von Microsofts langfristiger Strategie, Kunden in die Cloud zu bewegen. Für viele Unternehmen bedeutet dies eine schwerwiegende Entscheidung zwischen verschiedenen Migrationsoptionen – und potenziell sogar gegen ihre Datensouveränität.
Warum Unternehmen noch auf Microsoft Exchange 2016/2019 setzen
Microsoft Exchange Server ist eine On-Premises-Lösung für E-Mail, Kalender und Kollaboration, die als zentrale Kommunikationsplattform in Unternehmen dient und Cloud-unabhängig ist. Die Versionen 2016 und 2019 folgen dabei Microsofts "Fixed Lifecycle Policy", mit einer Supportdauer von 10 Jahren, davon 5 Jahre Mainstream-Support und 5 Jahre Extended Support.
Trotz des Trends zu Cloud-Lösungen nutzen noch immer zahlreiche Unternehmen die On-Premises-Versionen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Datensouveränität und Compliance spielen besonders in Regionen mit strengen Datenschutzgesetzen wie der EU eine zentrale Rolle, da Unternehmen dort gesetzlich dazu verpflichtet sind, die vollständige Kontrolle über ihre Daten sicherzustellen. Aus wirtschaftlicher Sicht kann die Beibehaltung bestehender On-Premises-Systeme kostengünstiger sein als eine Migration zu abonnementbasierten Cloud-Diensten, insbesondere wenn bereits in Hardware investiert wurde, auf der der Service läuft.
E-Mail-Blockade und weitere kritische Folgen
Mit dem Ende des Supports für Exchange Server 2016 und 2019 stehen Unternehmen vor mehreren Herausforderungen: Besonders kritisch ist die angekündigte E-Mail-Blockade durch Exchange Online. Nach dem Stichtag wird Microsoft E-Mails von nicht mehr unterstützten Exchange-Versionen blockieren. Dies bedeutet, dass betroffene Unternehmen keine E-Mails mehr an Partner senden können, die neueren Exchange Online Services nutzen – unabhängig von der eigenen Serverkonfiguration. Die Kommunikationsfähigkeit vieler Unternehmen ist damit grundlegend gefährdet.
Gleichzeitig steigen die Sicherheitsrisiken durch fehlende Updates, was Exchange-Server zu attraktiven Angriffszielen macht. Bei einer Migration in die Microsoft Cloud entstehen auf der anderen Seite erhebliche DSGVO-Compliance-Risiken: Unternehmensdaten, die auf Microsoft Servern liegen, unterliegen nämlich dem US CLOUD Act. Dieser steht im direkten Konflikt mit europäischen Datenschutzanforderungen und könnte zudem in naher Zukunft vom Europäischen Gerichtshof gekippt werden.
Drei Wege, eine souveräne Wahl
Unternehmen haben grundsätzlich drei Möglichkeiten, auf das Support-Ende zu reagieren:
- Migration zu Exchange Online (Microsoft 365): Bietet kontinuierliche Updates und Integration mit anderen Microsoft 365-Diensten, bringt aber eingeschränkte Kontrolle über Daten mit sich.
- Upgrade auf Exchange Server Subscription Edition (SE): Ab Q3 2025 verfügbar, ermöglicht die Beibehaltung der On-Premises-Infrastruktur mit relativ einfachem Upgrade für Exchange 2019-Nutzer, führt jedoch möglicherweise zum Vendor-Lock-in.
- Wechsel zu einer datensouveränen Alternative wie mailbox.org: Gewährleistet vollständige Datensouveränität und DSGVO-Konformität ohne Abhängigkeit vom Microsoft-Ökosystem bei kostenloser Migration der vorhandenen Daten und völliger Unabhängigkeit bei der Wahl von IT-Lösungen.
Warum einen unabhängigen E-Mail-Anbieter wählen?
In Zeiten wachsender Bedenken bezüglich Datenschutz und digitaler Souveränität bieten unabhängige E-Mail-Anbieter wie mailbox.org entscheidende Vorteile gegenüber einem Verbleib im Microsoft-Ökosystem.
Anders als bei Microsoft Exchange Online, wo Daten in globalen Rechenzentren gespeichert werden können, garantiert mailbox.org eine Datenhaltung in Deutschland unter den strengen Datenschutzstandards der EU und des deutschen Rechts – ein entscheidender Vorteil für Unternehmen mit sensiblen Informationen oder speziellen Compliance-Anforderungen. Während Microsoft als US-Unternehmen dem CLOUD Act unterliegt, der US-Behörden Zugriff auf Daten ermöglichen kann, folgt mailbox.org ausschließlich europäischen Datenschutzstandards mit Verschlüsselung der Daten als zentralem Element des Geschäftsmodells.
Drohender Vendor Lock-in: Die Alternative
Die Umstellung auf Microsoft Exchange Online oder die neue Exchange Server Subscription Edition (SE) führt zu einer zunehmenden Abhängigkeit von der Microsoft-Plattform. Mit der fortschreitenden Integration aller Microsoft-Dienste wird es für Unternehmen immer schwieriger, einzelne Komponenten auszutauschen oder ihre IT-Infrastruktur flexibel zu gestalten – ein klassischer Vendor-Lock-in droht.
Ein Wechsel zu mailbox.org hingegen bietet echte Unabhängigkeit bei der Wahl von IT-Lösungen. Die offenen Standards und Schnittstellen ermöglichen jederzeit die Anbindung oder den Wechsel zu anderen Systemen. Geschäftskunden erhalten zudem persönlichen und kompetenten Support, der individuell auf ihre Bedürfnisse eingeht und bereits bei der kostenlosen Migration unterstützt.
Fazit und Ausblick
Das Ende des Supports für Exchange Server 2016 und 2019 markiert einen Wendepunkt in der Unternehmenskommunikation und stellt einen strategischen Moment für IT-Entscheidungen dar. Während Microsoft die Cloud-Migration forciert, eröffnet sich gleichzeitig ein Zeitfenster für grundsätzliche Neuorientierungen. Die Zukunft sollte zunehmend dezentralen, datensouveränen IT-Lösungen gehören, die sowohl Sicherheit als auch Unabhängigkeit gewährleisten.
Unternehmen, die also jetzt auf Plattformen wie mailbox.org setzen, positionieren sich nicht nur kurzfristig sicher vor der drohenden E-Mail-Blockade, sondern auch langfristig für eine Welt, in der Datenschutz und digitale Selbstbestimmung immer wichtiger werden.
Über Microsoft Exchange
Microsoft Exchange ist seit den 1990er Jahren das Rückgrat der Unternehmenskommunikation weltweit. Als zentrale Plattform für E-Mail, Kalender und Kollaboration ermöglicht es die Verwaltung der Kommunikation über verschiedene Endgeräte hinweg. Microsoft Exchange Server ist dabei die klassische, lokal (on-premises) installierte Software, die in der eigenen IT-Infrastruktur betrieben wird. Unternehmen, die Exchange Server einsetzen, verwalten selbst die Hardware, Updates und Sicherheit.
Microsofts Strategie hat sich inzwischen fundamental gewandelt: Der Fokus liegt heute auf der cloudbasierten Exchange Online-Version als Teil von Microsoft 365 und einem Abonnement-Geschäftsmodell. Die 2025 erscheinende Exchange Server Subscription Edition dient als Zwischenschritt für Unternehmen, die noch nicht vollständig in die Cloud wechseln möchten. Diese Entwicklung ist Teil eines größeren Trends bei Microsoft, alle Dienste als Software-as-a-Service anzubieten – eine Herausforderung für Unternehmen mit besonderen Anforderungen an Datensouveränität.